[Amtlicher Beitrag] Bericht aus der Ortschaftsratssitzung vom 15.09.2026

Am Dienstag, 15. September 2026, kam der Ortschaftsrat Hirschau zu seiner öffentlichen Sitzung im Rathaus zusammen. Neben zahlreichen aktuellen Hirschauer Themen standen mehrere Vorlagen der Stadt sowie die weitere Entwicklung eines möglichen Nahwärmenetzes für Hirschau auf der Tagesordnung.

TOP 1 – Mitteilungen
Zu Beginn der Sitzung erfolgte ein Rückblick auf verschiedene Veranstaltungen und Termine seit der letzten Sitzung. Dabei wurde auch ein sehr positives Resümee der Veranstaltungsreihe „Feierabend am Wagen“ gezogen. Die gut besuchten Abende haben gezeigt, wie wichtig unkomplizierte Möglichkeiten der Begeg-nung und des gemeinsamen Austauschs im Ort sind. Der „Feierabend am Wagen“ hat sich damit als echter Gewinn für Hirschau erwiesen. Ein besonderer Dank galt allen Vereinen, Organisationen, Helferinnen und Helfern sowie den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern, die zum Gelingen beigetragen haben.
Anschließend wurde darüber informiert, dass Tanja Wagner, Mitarbeiterin im Hirschauer Rathaus, das Rathaus zum 30. September verlassen wird. Für die langjährige gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit wurde ihr herzlich gedankt und für ihren weiteren beruflichen und persönlichen Weg alles Gute gewünscht.
Darüber hinaus gab es Mitteilungen und Zwischenberichte zu zahlreichen aktuellen Hirschauer Themen. Dazu gehörten der Stand der Kanalsanierung in Hirschau, die Situation und die Probleme am Hirschauer Baggersee sowie die dort bereits eingeleiteten und geplanten Lösungsansätze.
Erfreuliches konnte zur Hirschstatue am Hirschauer Berg berichtet werden: Mit dem Land konnte ein Gestattungsvertrag vereinbart werden – damit gilt weiterhin: „Unser Hirsch bleibt auf dem Berg.“
Weitere Informationen gab es zum Feuerwehreinsatz am Hirschauer Berg, zum jüngsten Besuch in der Partnergemeinde Kingersheim, zu einem Forschungsprojekt der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg sowie zur Sondererlaubnis beziehungsweise verkehrsrechtlichen Anordnung im Bereich Spitzberg-straße 40.

TOP 2 – Fortschreibung des Klimaschutzprogramms 2020–2030
Der Ortschaftsrat befasste sich mit der Fortschreibung des Klimaschutzprogramms 2020–2030 der Universi-tätsstadt Tübingen. Eine Beschlussfassung durch den Ortschaftsrat war nicht vorgesehen. In der Diskussion spielte insbesondere die strategische Wärmeplanung eine Rolle. Dabei wurde erörtert, welche Bedeutung die Fortschreibung des Klimaschutzprogramms für ein mögliches Wärmenetz in Hirschau hat und wie sich die gesamtstädtische Wärmeplanung auf dessen weitere Entwicklung auswirken könnte.
Ebenfalls diskutiert wurde die vorgesehene Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung auf die Teilorte, die damit künftig auch Hirschau betreffen könnte. In der Fortschreibung wird zudem eine deutliche Anhebung der Bewohnerparkausweisgebühren noch vor 2030 genannt. Der Ortschaftsrat nahm die Vorlage zur Kenntnis. Ein Beschluss wurde zu diesem Tagesordnungspunkt nicht gefasst.

TOP 3 – Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in Grundschulen
Der Ortschaftsrat nahm die Mitteilungsvorlage zum Anmeldeverhalten bei der Schulkind- und Ferienbetreuung zur Kenntnis. Hintergrund sind die neuen Regelungen zum Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung und die damit verbundenen Änderungen bei Anmeldung und Gebühren.
Stadtweit zeigt sich eine leichte Verschiebung hin zur Ganztagsbetreuung. Die durchschnittliche Ganztags-quote steigt von rund 73 auf 75 Prozent. Gleichzeitig geht die Nachfrage nach der Nachmittagsbetreuung außerhalb des Ganztags sowie nach der Spätbetreuung zurück. Deutlich gestiegen ist dagegen der Bedarf an Ferienbetreuung. Für das Schuljahr 2026/2027 liegen 1.256 Anmeldungen vor. Damit ist die Nachfrage gegenüber dem Vorjahr um etwa 28 Prozent gestiegen. Für Hirschau und die Uhlandschule ist die weitere Entwicklung der Ganztags- und Betreuungsangebote besonders auch im Zusammenhang mit dem derzeitigen Ausbau der Schule von Bedeutung. Ein Beschluss war zu diesem Tagesordnungspunkt nicht vorgesehen.

TOP 4 – Strategische Weiterentwicklung der Kindertagesbetreuung
Der Ortschaftsrat befasste sich mit dem Projekt zur strategischen Weiterentwicklung der Kindertagesbetreuungslandschaft in Tübingen. Hintergrund sind zurückgehende Kinderzahlen, die stadtweit teilweise zu Überkapazitäten bei den Betreuungsplätzen führen. Gleichzeitig kann es in einzelnen Stadtteilen und Teilorten weiterhin einen zusätzlichen oder veränderten Bedarf geben. Die Stadt möchte deshalb die Situation nicht allein anhand der gesamtstädtischen Platzzahlen beurteilen, sondern die einzelnen Sozialräume differenziert betrachten. Untersucht werden unter anderem Kinderzahlen und Bevölkerungsentwicklung, die tatsächliche Nachfrage, die Qualität und Auslastung der Einrichtungen sowie deren wirtschaftliche und bauliche Situation.
Für Hirschau ist dabei von Bedeutung, dass eine gesamtstädtische Überkapazität nicht automatisch bedeutet, dass Betreuungsplätze vor Ort entfallen. Wohnortnähe und der konkrete Bedarf im jeweiligen Sozialraum sollen berücksichtigt werden. Das Projekt läuft bis Ende Juli 2027. Erst auf Grundlage der Untersuchungen sollen konkrete Maßnahmen entwickelt werden. Entscheidungen über einzelne Einrichtungen oder Standorte sind zum jetzigen Zeit-punkt noch nicht Gegenstand des Verfahrens. Der Ortschaftsrat nahm den Bericht zur Kenntnis.

TOP 5 – Freie Träger der Schulkindbetreuung
Der Ortschaftsrat befasste sich mit der geplanten Anpassung der Verwaltungskostenpauschale für die freien Träger der Schulkindbetreuung. Diese Regelung betrifft unmittelbar die Grundschulen in Bühl, Hagelloch und Hirschau.
Bislang erhält der Hirschauer Träger eine Verwaltungskostenpauschale von 4.200 Euro jährlich. Zusätzlich werden notwendige Kosten der Lohnbuchhaltung anerkannt. Die freien Träger haben darauf hingewiesen, dass der inzwischen deutlich gestiegene Verwaltungsaufwand mit der bisherigen Finanzierung nicht mehr ausreichend zu bewältigen ist. Ein erheblicher Teil dieser Arbeiten wird bislang ehrenamtlich geleistet.
Die Verwaltung schlägt deshalb vor, die Pauschale ab dem 1. September 2026 auf 8.200 Euro je Träger und Jahr anzuheben. Damit sollen die Träger beispielsweise externe Dienstleister beauftragen oder eigenes Personal für Verwaltungsaufgaben beschäftigen können. Die bisher gesonderte Erstattung der Lohnbuchhaltung soll dafür entfallen. Ziel ist insbesondere, das Ehrenamt zu entlasten und die Arbeit der freien Träger in der Schulkindbetreuung langfristig abzusichern. Die abschließende Entscheidung über die Änderung trifft der Gemeinderat.

TOP 6 – Nahwärme für Hirschau – möglicher Betreiber
Beim Thema Nahwärmenetz für Hirschau ist das Projekt einen wichtigen Schritt weitergekommen. Für die mögliche Planung, Finanzierung, Errichtung und den Betrieb eines Wärmenetzes waren verschiedene Unternehmen angefragt und anhand einheitlicher Kriterien miteinander verglichen worden.
Nach der Vorauswahl standen noch Teckwerke Bürgerenergie eG und MVV Energie AG zur Diskussion. Beide Unternehmen verfolgen unterschiedliche Modelle und bringen unterschiedliche Voraussetzungen und Erfahrungen mit. Nach Beratung und Abwägung hat sich der Ortschaftsrat für die MVV Energie AG als möglichen Betreiber eines Nahwärmenetzes in Hirschau entschieden. Damit ist das Vorhaben einen weiteren wichtigen Schritt vorangekommen. Die Entscheidung bedeutet noch nicht, dass bereits alle Fragen zur konkreten Umsetzung geklärt sind. Auf dieser Grundlage können nun die weiteren Planungen und Gespräche konkretisiert werden.
Über die nächsten Schritte und den weiteren Fortgang des Projekts wird zeitnah informiert.

TOP 7 – Kurzberichte aus den Gemeinderatsausschüssen
Aufgrund der sitzungsfreien Zeit lagen keine aktuellen Berichte aus den Gemeinderatsausschüssen vor. Der Tagesordnungspunkt entfiel daher.

TOP 8 – Einwohnerfragestunde
Im Rahmen der Einwohnerfragestunde wurden keine Fragen aus der Einwohnerschaft gestellt.

TOP 9 – Anregungen und Fragen aus der Mitte des Ortschaftsrates
Aus der Mitte des Ortschaftsrates wurden zahlreiche Fragen und Anregungen zu unterschiedlichen Themen und aktuellen Anliegen in Hirschau vorgebracht. Diese wurden im Gremium besprochen beziehungsweise zur weiteren Prüfung und Bearbeitung an die zuständigen Stellen weitergegeben.

TOP 10 – Bauanträge
Der Ortschaftsrat beschäftigte sich mit den vorliegenden Bauanträgen und den damit verbundenen Fragestellungen. Die einzelnen Vorhaben wurden im Gremium beraten.

TOP 11 – Sonstiges
Unter dem Tagesordnungspunkt Sonstiges wurden weitere aktuelle Themen und Anliegen aus Hirschau angesprochen und im Gremium erörtert. Soweit erforderlich, werden diese zur weiteren Klärung und Bearbeitung an die zuständigen Stellen weitergegeben.
Nach Abschluss des öffentlichen Sitzungsteils wurden die nichtöffentlichen Tagesordnungspunkte behandelt. Die Sitzung des Ortschaftsrates endete um 22.30 Uhr.